Zentrum für Unfall- und Notfallinformatik

Zentrum für Unfall- und Notfallinformatik

Aufbau eines Forschungszentrums für Unfall- und Notfallinformatik in der Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg

Ansprechpartner

Prof. Dr. rer. nat. Dipl.-Ing. Thomas M. Deserno

Kooperationspartner

Förderung

Förderung im Rahmen des Projekts „Entwicklungsplattform Gesundheitswirtschaft“ der Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg.

Kurzbeschreibung

Technische Unfallforschung und Medizinische Informatik sind bislang getrennte Bereiche. Im Rahmen dieses Projekts soll in der Metropolregion weltweit erstmalig ein Zentrum für Unfall- und Notfallinformatik (Accident & Emergency Informatics, A&EI) aufgebaut werden.

Basierend auf Geodaten und Zeitstempeln können „Events“ (zunächst Verkehrsunfälle) eindeutig referenziert werden. Eine „International Standard Accident Number“ (ISAN) wird in der Metropolregion etabliert und kann von Subsystemen erfragt und in die Datensätze integriert werden. Wie die International Standard Book Number (ISBN) dient diese der eindeutigen Identifizierung und ermöglicht in Verbindung mit geeigneten Verschlüsselungs- und Zertifikat-Mechanismen die datenschutzgerechte Integration unabhängiger Datenbanken (z. B. Fahrtenschreiber des Autos, Einsatzdokumentation des Rettungsdienstes, Behandlungsdaten im Krankenhaus).

Mit dieser Technologie werden die Grundlagen zur system- und ereignisübergreifenden Datenanalyse geschaffen. So ist durch die Kopplung und Auswertung von ereignisbasierten technischen Verkehrsunfalldaten und medizinischen Daten aus der elektronischen Gesundheitsakte etwa eine Vorhersage von Verletzungsmustern anhand vorliegender mechanischer Stoßimpulse möglich. Mit der Sammlung solchen Wissens können später Verkehrsunfälle auch sofort dahingehend analysiert werden, welche Verletzungsmuster pro Insasse mit welcher Wahrscheinlichkeit anzunehmen sind. Dadurch kann eine individuelle Rettungsanforderung an die Leitstelle automatisch erfolgen. Im Gegensatz dazu ist das in diesem Jahr eingeführte europäische eCall-System operator-basiert (manuell) und ermöglicht keinerlei automatische Analysen hinsichtlich der Unfallschwere.

Das gesamte System wird so geplant und umgesetzt, dass auch Daten aus anderen Kontexten, wie z. B. der häuslichen Umgebung (Smart Home) oder von tragbaren Sensoren (Smart Wearables), in gleicher Weise verarbeitet werden können, um Unfälle oder medizinische Notfälle zu melden bzw. deren negative Auswirkungen zu lindern.

Das Zentrum für Unfall- und Notfallinformatik ist eines von vier Leuchtturmprojekten der „Entwicklungsplattform Gesundheitswirtschaft“ der Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg. In diesem Rahmen werden zum Thema „Smart. Gesund. Mobil.“ innovative Gesundheitsdienstleistungen in den Bereichen mobile Datenerfassung, -verarbeitung und -austausch, mobile Diagnose sowie mobile Dienstleistungen erforscht und umgesetzt.

Laufzeit

Seit 2018

Mitarbeiter