Forschungssystem AGT Labor

Forschungssystem AGT Labor

Nachbildung einer altersgerechten Umgebung

Ansprechpartner

Dr.-Ing. Dipl.-Inform. Klaus-Hendrik Wolf

Kurzbeschreibung

Ziel des Forschungssystems ist es, den Einsatz von Sensoren in Wohnumgebungen zu erforschen, um ein selbstständiges und selbstbestimmtes Leben bis ins hohe Alter hinein zu ermöglichen.

Laufzeit

seit 2006

Mitarbeiter

Dieses Labor besteht aus einem komplett eingerichteten Schlafzimmer, einem Bad und einem Koch-, Ess- und Wohnbereich. Dabei kommunizieren die in der gesamten Wohnung verteilten stationären Sensoren (Schalter, Bewegungsmelder und Drucksensoren) und Aktoren miteinander und schalten bei Bedarf die Deckenbeleuchtung oder, wenn der Bewohner nachts aus dem Bett aufsteht, automatisch ein angenehmes Orientierungslicht. Wird die Wohnung verlassen und abgeschlossen, so schalten sich beispielsweise automatisch Herd und Beleuchtung aus. Sogar ein Alarm kann manuell oder automatisch bei Sabotage ausgelöst werden.

Ebenso wird in diesem Labor körpernahe Sensorik (ein sogenanntes Body Area Network) eingesetzt, mit der beispielsweise das Heimfahrrad-Training von Patienten mit einer leichten bis mittelschweren chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) überwacht werden kann. Diese sehr häufig vorkommende Krankheit - in Deutschland gibt es ca. 3-5 Millionen Patienten - ist umgangssprachlich als "Raucherlunge" bekannt.
Normalerweise müsste ein Arzt während des Trainings Vitalparameter wie Puls, Sauerstoffsättigung des Blutes etc. überwachen. Da die Prävalenz der Erkrankung jedoch sehr hoch ist, ist dies sicherlich aus logistischen und finanziellen Gründen unmöglich. Stattdessen werden in diesem Labor sogenannte Entscheidungsunterstützungssysteme erforscht, die das Training dieser Patienten steuern können. Der Vorteil ist, dass diese Patienten trotz ihrer Erkrankung zu Hause trainieren können, ohne sich dabei selbst in Gefahr zu bringen.

Ein anderes Anwendungsgebiet ist das sensorische Ermitteln von Sturzereignissen. Stürze im hohen Alter können zu Verletzungen oder Frakturen führen, die ihrerseits zu einer Abnahme der Selbstständigkeit führen können. Stürze und ihre Folgen sind sehr teuer (allein in Deutschland ca. 1 Mrd. € pro Jahr) und sind die fünfthäufigste Todesursache im Alter. Um Stürze vor allem in der häuslichen Umgebung technisch wahrnehmen zu können, kann man unter Anderem Bewegungssensoren einsetzen. Solche Bewegungssensoren sollen in eine Gürtelschnalle integriert werden. Man sieht nicht, dass es sich um eine solche spezielle Gürtelschnalle handelt und man spürt dabei auch nicht, dass man vermessen wird. Eine solche Gürtelschnalle hat keine physischen Auswirkungen, wie z.B. Strahlenbelastung. Kostenpunkt: unter 100 €. Notrufe werden nur bei Bewusstlosigkeit automatisch abgesetzt. Sturzereignisse können so einer zuständigen Stelle (z.B. Pflegedienst, Hausarzt, Sozialstation oder ggf. pflegende Angehörige) gemeldet werden, die ihrerseits geeignete Maßnahmen ergreifen.