eRad

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eRad in Freizeit und Tourismus - Pedelecs als ideales Trainingsgerät zur Steigerung der Gesundheit

Ansprechpartner

Erik Tute, M.Sc.

Kooperationspartner

Kurzbeschreibung

Die Bevölkerung im erwerbstätigen Alter nimmt ab. Die längere Lebensarbeitszeit soll u.a. die demographische Entwicklung kompensieren. Die körperliche Aktivität in Freizeit und Beruf reduziert sich über Dekaden stetig, der Anteil Übergewichtiger und die Zahl von Zivilisationskrankheiten nehmen entsprechend stetig zu. Der Bewegungsmangel unserer Gesellschaft hat hohe gesundheitliche und wirtschaftliche Folgen. Der Alterungsprozess wird durch Inaktivität beschleunigt, die Arbeitsfähigkeit lässt eher nach und die Krankheitstage nehmen zu. Das widerspricht den Zielen, durch längere Lebensarbeitszeit die Reduktion der Beschäftigtenzahlen zu kompensieren.
Gesundheit und körperliche Fitness sind wesentliche Voraussetzungen einer guten Arbeitsfähigkeit [1]. Effekte höherer körperlicher Aktivität und Training sind u.a. Verzögerung der Zellalterung und Verbesserung des Herz Kreislaufsystems, der Stoffwechsellage, der depressive Stimmungen und Symptome, der Erkrankungsraten von Krebs, von Rückenschmerzen usw. Die WHO empfiehlt, pro Woche 150min aktiv Sport zu treiben [2].
Es sind, auch unternehmerische, Maßnahmen zur Förderung der Gesundheit, der körperlichen Aktivität und damit auch der langfristigen Arbeitsfähigkeit frühzeitig im Lebenszyklus erforderlich, um beste und nachhaltige Effekte zu erzielen. Der Gesetzgeber fördert betriebliche Maßnahmen zur Gesundheitsförderung mit einem Steuerfreibetrag in Höhe von 500 EUR pro Mitarbeiter/-in / Jahr, § 3 Nr. 34 EStG. Innerbetriebliche Angebote sind allerdings größtenteils kursbezogene Präventionsmaßnahmen ohne Verstetigung der Effekte. Bei Berechnung der Wirtschaftlichkeit ganzheitlicher Präventions- und Trainingsmaßnahmen sind neben der Reduktion der Arbeitsunfähigkeitszeiten auch die längere Lebensarbeitszeit, die bessere Arbeitsfähigkeit und -leistung in die Kalkulation einzubeziehen.
Der aktive Weg zur Arbeit und nach Hause ist eine große Ressource, die Anforderungen der WHO mit 150min wöchentlichem Training zu erreichen. Auch die Gesundheitsförderung in Unternehmen sollte dieses Potential nutzen. Die individuelle Nutzung von Pedelecs und auch ein Pedelec-Verleihsystem mit intelligenter und individueller Belastungssteuerung und- motivation könnte ein wichtiger Schritt zu mindestens 150min sportlicher Aktivität pro Woche sein. Die individuelle Steuerung des Trainings sollte dafür sorgen, dass bei Pedelec-Nutzung ein ausreichend hoher Anteil an eigener Leistung erbracht wird, und nicht nahezu ausschließlich der Motor arbeitet.
Pedelecs könnten in der dauerhaften täglichen Anwendung auch einige Vorteile gegenüber dem Fahrrad haben. In einer englischen Studie bewerteten 1164 Personen, ob sie das Fahrrad als Transportmittel zur Arbeit verwenden. 53% nutzten das Rad zumindest gelegentlich, aber mit zunehmender Strecke zur Arbeit sinkt die Rad- Inanspruchnahme massiv ab. Aber nur ¼ der Teilnehmer erreicht auch nur zeitweise Radfahr-Umfänge von mehr als 150min/Woche. Interessant ist, dass mit zunehmendem Alter der Anteil am Radfahren stetig sinkt. Zur nachhaltigen Prävention ist hier das Aufrechterhalten der Aktivität besonders wichtig [3]. Die Stärken des Pedelec könnten also vor allem in der Nutzung mit zunehmendem Alter und bei längerer Strecke liegen. Das Pedelec könnte auch bei schlechteren Wetterbedingungen die Nutzung des Rades übertreffen. Denn Radfahren in Freizeit und zur Arbeit wird erheblich durch die äußeren Bedingungen beeinflusst. Tin Tin S. et al. zeigten, dass pro 1 km/h Wind die Inanspruchnahme des Rades um 0,9% sinkt. Außerdem ist das Radfahren um 10.6% pro 1mm Regen reduziert. Dagegen erhöht Sonnenschein die Radfahrten um 26.2% im Vergleich zu wolkigen Bedingungen. [4]
Den Hemmnissen zur Radnutzung wie Gegenwind oder längere Wegstrecke könnte das Pedelec auch in einer Verleihstation am Unternehmen entgegen treten. Ein intelligentes Trainingssteuerungssystem muss dann allerdings dafür Sorge tragen, dass trotz Pedelec ein sinnvolles aktives Training vom Teilnehmer absolviert wird.

[1] Airila A, Hakanen J, Punakallio A, Lusa S, Luukkonen R. Is work engagement related to work ability beyond working conditions and lifestyle factors? Int Arch Occup Environ Health. 2012 Nov;85(8):915-25. doi: 10.1007/s00420-012-0732-1. Epub 2012 Jan 21.
[2] WHO |Physical Activity and Adults [Internet]. WHO [cited: 2013 Jul 10] Available from: http://www.who.int/dietphysicalactivity/factsheet_adults/en/index.html.
[3] Panter J, Griffin S, Jones A, Mackett R, Ogilvie D. Correlates of time spent walking and cycling to and from work: baseline results from the commuting and health in Cambridge study. Int J Behav Nutr Phys Act. 2011 Nov 10;8:124. doi: 10.1186/1479-5868-8-124.
[4] Tin Tin S, Woodward A, Robinson E, Ameratunga S. Temporal, seasonal and weather effects on cycle volume: an ecological study. Environ Health. 2012 Mar 8;11:12. doi: 10.1186/1476-069X-11-12.

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