CEPMAC

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Cue-Exposure und psychophysiologisches Monitoring bei Alkoholcraving

Ansprechpartner

Prof. Dr. med. Dr.-Ing. Michael Marschollek

Kooperationspartner

Medizinische Hochschule Hannover, Zentrum für Seelische Gesundheit, Klinik für Psychiatre, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie

Kurzbeschreibung

Die Alkoholabhängigkeit ist eine häufige Erkrankung, die auch nach erfolgreicher Alkoholentzugstherapie mit einer hohen Rückfallgefahr verbunden ist. Als Hauptursache des Alkoholrückfalls wird das so genannte Alkoholcraving, das Verlangen Alkohol zu trinken, gesehen. Zusätzlich ist die Lebensqualität der alkoholabhängigen Patienten auch durch affektive und kognitive Begleitsymptome vermindert. Dies ist sowohl durch die Symptomatik der Alkoholabhängigkeit als auch durch zahlreiche neurologische und internistische Komplikationen bedingt.

Nach dem Alkoholrückfall lassen sich verschiedene Veränderungen vegetativer Parameter erfassen. Klinisch fallen v.a. ein Blutdruckanstieg oder aber auch –abfall auf, des Weiteren kommt es häufig zu Tremor, Hyperhidrosis, Unruhe und Tachykardie. Die bisher unbeantwortete Frage ist, ob Parameter aus dem eben genannten Formenkreis bereits vor einem drohenden Alkoholrückfall, also im Rahmen des Alkoholcravings, messbare Veränderungen aufzeigen.
Alkoholbezogene Schlüsselreize, sogenannte Cues, stellen für alkoholkranke Menschen einen Risikofaktor für einen Rückfall dar. Alkoholreize können ein erhöhtes Alkoholverlangen und Veränderungen im psychophysiologischen Bereich auslösen. Diese Reaktionen erhöhen die Wahrscheinlichkeit, Alkohol zu konsumieren. Cue-Exposure bezeichnet die Konfrontation mit diesen Schlüsselreizen. Bei dieser Untersuchung werden die Teilnehmer der Studie wiederholt mit Alkoholreizen in Form einer Videosequenz konfrontiert.

Aufgrund der bisher noch nicht vorhandenen Datenlage zu dieser Fragestellung ist die hier geplante Studie als eine hypothesengenerierende Studie zu verstehen, bei der eine reine Datenerfassung geplant ist (Basisphänotypisierung). Eine Intervention ist hier aber nicht vorgesehen. Es erfolgt eine explorative Datenanalyse (Data-Mining) zur Erfassung möglicher Zusammenhänge zwischen den Daten der Basisphänotypisierung und der fortlaufenden Erfassung.
Somit ergibt sich als Ziel der geplanten Studie zu untersuchen, ob und in welchem Maße sich psychophysiologische Parameter im Rahmen des Alkoholcravings verändern und welche dieser Parameter einen entscheidenden Hinweis auf einen drohenden Alkoholrückfall geben können.
In späteren, weiterführenden Studien, kann es durchaus sinnvoll sein, ein Interventionsmoment in das Studiendesign zu integrieren.

Laufzeit

seit 2011

Mitarbeiter